Abendveranstaltung Internationale Wochen gegen Rassismus

Zerschlagung der Gewerkschaften am 2. Mai 1933

Anschaulich, aufschlussreich und faktensicher berichtete am Mittwoch, den 20. März Professor Stefan Berger zur Zerschlagung der freien Gewerkschaften vor 80 Jahren: Für etwa 90 Seminarteilnehmende und auswärtige Gäste bestand auf der Abendveranstaltung im IG BCE-Bildungszentrum nicht nur die Chance, sich zu den Vorgängen in der Anfangsphase des NS-Terrorregimes zu informieren – zahlreiche Gäste nutzten auch die Chance, im „Fishbowl“ mit dem Fachmann ins Gespräch zu kommen.

Klaus Greger / BZ Haltern am See

Abendveranstaltung Abendveranstaltung am 20. März 2013
16.03.2013

Das lohnte sich, wie die lebhafte Diskussion bewies; Berger, der das Bochumer Institut für soziale Bewegungen leitet, verband die Hintergründe und Folgen des 2. Mais 1933 eindrücklich mit den Lehren aus diesem „dunkelsten Tag“ der deutschen Gewerkschaftsgeschichte und den Schlussfolgerungen für gewerkschaftliches Handeln heute. Das, so Berger, was deutsche Gewerkschafter 1933 in Exil und Untergrund an engagierter internationaler Solidarität erfahren haben, verpflichte uns dazu, die gleiche Solidarität mit jenen drangsalierten Kolleginnen und Kollegen zu leben, die heute unter antidemokratischen Verhältnissen in ihrer gewerkschaftlichen Arbeit und nicht eben selten auch an Leib und Leben bedroht sind.

Entscheidend zum Erfolg der gelungenen Veranstaltung trugen die Teilnehmenden des im Hause stattfindenden Seminars „Rechtsextremismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit“ bei, welches durch das Bildungszentrum traditionell in den „Internationalen Wochen gegen den Rassismus“ angeboten wird. Unmittelbar aus ihrer laufenden Seminararbeit heraus entwickelten sie Fragestellungen, die es in sich hatten und so eine intensive Diskussion auf allgemeinverständlichem, aber hohen fachlichen Niveau erst möglich machten.

Dr. Klaus Pirke, Bochum

 

 

Dies war die erste Veranstaltung einer Veranstaltungsreihe. Weitere Termine:

02.05.2013 Beginn: 18.00 Uhr
02. Mai 1933 „Wir werden keine Gesinnungslumpen“

Eine Erinnerung an den Tag, an dem die Gewerkschaften in Deutschland verboten, die Gewerkschaftshäuser durch die SA besetzt und viele Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter verhaftet wurden.

 

15.05.2013 Beginn: 19.00 Uhr
Gewerkschafter in Konzentrationslagern 1933 – 1945
Ausgewählte Biographien verfolgter Gewerkschafter von 1933 - 1945


In dem Zeitraum 25.04. – 07.06.2013 ist die Wanderausstellung

„Seid wachsam, dass über Deutschland nie wieder die Nacht hereinbricht!“

Gewerkschafter in Konzentrationslagern 1933 - 1945

im Bildungszentrum beheimatet. Diese Wanderausstellung der Freien Universität Berlin, der Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen/Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten und der Hans-Böckler-Stiftung stellt Gewerkschafter/ -innen vor, die von 1933—1945 in Konzentrationslagern inhaftiert wurden. Gewerkschafter/ -innen gehörten zu den frühesten und aktivsten Gegnern des Nationalsozialismus. Viele von ihnen bezahlten Widerspruch und Widerstand mit der Inhaftierung in Konzentrationslagern. An das Schicksal dieser mutigen Männer und Frauen will die Wanderausstellung erinnern. Studenten der Freien Universität recherchierten im Rahmen ihres Studium mehr als 34 Biographien, 24 wurden für die Ausstellung ausgewählt.

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